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Patient Blood Management - am Beispiel des Universitätsklinikums Frankfurt

Im Juli 2013 wurde das PatientBlood Management (PBM) am Universitätsklinikum Frankfurt eingeführt. Ziel des Projektes ist es, patienteneigene Blutressourcen unter Einsatz modernster Methoden und Konzepte bestmöglich aufzubauen, zu schonen und auszuschöpfen. Initiiert wurde das Projekt unter der Leitung von Professor Dr. Dr. med. Kai Zacharowski, FRCA, und den Mitarbeitern Professor Dr. med. Patrick Meybohm und Dr. med. Dania Fischer von der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie sowie vom Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie, DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen gGmbH unter der Projektleitung von Professor Dr. med. Dr. h.c. Erhard Seifried und den Mitarbeitern Dr. med.Christof Geisen und Dr. med. Markus Müller.


Hintergrund des PBM-Projektes ist, dass Blutarmut einen starken Risikofaktor für eine erhöhte Krankenhaussterblichkeit und für zahlreiche gesundheitliche Komplikationen darstellt. Durch eine detailliertere Vorbereitung des Patienten auf die Operation kann die Blutarmut in vielen Fällen behandelt werden, sodass patienteneigene Blutressourcen gestärkt sind. Zusätzlich wird vor, während und nach einer Operation genauer darauf geachtet, dass die patienteneigenen Blutressourcen geschont werden. Zusammenfassend sollen damit optimale Voraussetzungen geschaffen werden, um es dem Patienten zu ermöglichen, aus eigener Kraft zu genesen. Es darf in diesem Kontext jedoch nicht vergessen werden, dass Fremdblut oftmals lebensrettend ist und es aus diesem Grund nicht möglich ist völlig auf den Einsatz von Bluttransfusionen zu verzichten.


Konkret wird am Universitätsklinikum Frankfurt im Vorfeld großer Operationen überprüft, ob eine Blutarmut vorliegt und ob diese behandelbar ist. Für die präoperative Diagnostik und Therapie von Blutarmut wurde eine spezielle Hochschulambulanz gegründet. Eine häufige Form von Blutarmut beruht z.B. auf Eisenmangel. In diesem Fall wird es dem Körper durch Gabe von Eisen ermöglicht, wieder mehr eigenes Blut zu bilden. Somit kommt der Patient gestärkt zur Operation.


Während und nach der Operation wird darüber hinaus blutsparender gearbeitet als früher: z.B. wird strukturiert darauf geachtet, dass die Blutgerinnung des Patienten ausreichend funktioniert, Wundblut aufbereitet und zurückgegeben wird. Ebenso wurde das Volumen der Blutentnahmeröhrchen klinikumsweit stark verringert. Bei gleichbleibender diagnostischer Qualität werden so jährlich ca.1000-2000 Liter weniger Patientenblut zu Laborzwecken abgenommen. Somit bleibt das Blut da, wo es hingehört: im Körper des Patienten und dieser kann sich besser erholen!