Die PBM-Cocktail-Studie
Blutarmut (Anämie) vor einer Operation
Was ist eine Anämie?
Eine Anämie (Blutarmut) bedeutet, dass das Blut nicht genügend rote Blutkörperchen oder roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) enthält. Dadurch kann der Körper schlechter mit Sauerstoff versorgt werden.
Eine Blutarmut ist bei Patientinnen und Patienten vor einer geplanten Operation häufig. Je nach Art der Operation sind zwischen 10 und 48 % der Betroffenen anämisch. Bei größeren Operationen leidet sogar etwa jede dritte Patientin bzw. jeder dritte Patient (31,7 %) an einer Anämie.
Eine unbehandelte Anämie kann das Risiko für Komplikationen und Bluttransfusionen erhöhen und mit einem ungünstigeren Verlauf nach der Operation verbunden sein.
Wie entsteht eine Anämie?
Eine Anämie kann verschiedene Ursachen haben. Zu den häufigsten gehören:
- Eisenmangel
- Vitamin-B12-Mangel
- Folsäuremangel
- Erkrankungen der Nieren
- Chronische Entzündungen
- Erkrankungen des Knochenmarks
Gerade die häufigsten Ursachen – Eisen-, Vitamin-B12- und Folsäuremangel sowie eine durch eine Nierenerkrankung bedingte Anämie – können häufig erfolgreich behandelt werden.
Wie häufig sind die verschiedenen Ursachen?
In einer großen internationalen Studie wurden die Ursachen der Anämie bei chirurgischen Patientinnen und Patienten untersucht. Dabei zeigte sich:
- Rund 55 % hatten einen Eisenmangel.
- Etwa 8 % hatten einen Vitamin-B12-Mangel.
- Rund 15 % hatten einen Folsäuremangel.
- Knapp 9 % litten an einer chronischen Nierenerkrankung als Ursache der Anämie.
- Bei etwa 6 % lag eine andere Ursache vor

Warum ist eine Behandlung vor der Operation sinnvoll?
Ziel der Behandlung ist es, den Hämoglobinwert bereits vor der Operation zu verbessern. Dadurch kann der Körper besser mit Sauerstoff versorgt werden und das Risiko für Bluttransfusionen sinken.
In einer klinischen Studie erhielten Patientinnen und Patienten mit einer Anämie eine Kombination aus:
- Eisen,
- Vitamin B12,
- Folsäure und
- Erythropoetin (EPO), einem Medikament, das die Bildung roter Blutkörperchen anregt.
Die Behandlung zeigte mehrere Vorteile:
- Der Hämoglobinwert stieg an und die Blutarmut besserte sich.
- Es wurden weniger Bluttransfusionen benötigt.
- Die Kombinationstherapie war gut verträglich und führte nicht zu mehr Nebenwirkungen als die Standardbehandlung.

Unser Ziel
Wir möchten eine bestehende Anämie möglichst früh erkennen und – wenn möglich – noch vor der Operation behandeln. Dadurch können wir dazu beitragen, die Sicherheit der Operation zu erhöhen und Ihre Genesung zu unterstützen.